Eine gebaute Idee

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Das Wohnhaus der Familie Rainer Spindler in Stadtsteinach


  DIE IDEE

Wohnen war in früheren Jahrhunderten alleine der technischen und der
materiellen Gegebenheiten wegen eine durch und durch natürliche und damit
umweltfreundliche Angelegenheit - mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Die einst unveränderbare Tatsache, dass auch eine Be-Haus-ung dem
Lebenskreislauf und somit dem Vergehen unterworfen ist, hat sich im Laufe
der Zeit gewandelt. Neue Baustoffe und -methoden haben dazu geführt,
dass Häuser haltbarer, sicherer, wohnlicher und komfortabler wurden.
Damit einher ging freilich ein Verlust der Natürlich- und Umweltverträglichkeit,
was vor dem Hintergrund einer ausreichenden
Energie-Verfügbarkeit zunächst keine Rolle spielte.

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Heute, da die Energie-Quellen für das tägliche
Das ein immer rarer,
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teurer und in der Produktion
teilweise auch umweltgefährdend sind, ist
ökologische Bauweise nicht mehr allein eine
Frage der Weltanschauung, sondern
auch der Finanzen.

Der Wohnhausbau der Familie Petra,
Hannah und Rainer Spindler in Stadtsteinach
wird von den Bauherrn insofern als ökologisches
Experiment angesehen, als alle in einem
herkömmlichen Baugebiet machbaren
umweltneutralen und natürlichen Baustoffe
sowie Energie-Gewinnungsmethoden zu
einem Gesamtkonzept zusammengefasst
wurden, ohne beim Komfort Abstriche
hinnehmen zu wollen.




  DIE BAUMATERIALIEN

Vorgabe:
Möglichst geringer Energieaufwand bei Herstellung und Transport.

Umsetzung:
Als Hauptbaumaterial wurde beim Wohnhaus Spindler
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Rohstoff Holz gewählt. Er ist enorm haltbar, in
der Region in großer Menge verfügbar und von
guter Qualität. Im übrigen ist für die Bearbeitung
nicht unbedingt High-Tech erforderlich, so dass
der ökologische Gedanke bis in die
letzte Instanz umsetzbar ist.

Holz bietet außerdem den Vorteil, dass es sich einfach
und bautechnisch-gefahrlos mit anderen, gesundheitlich
unbedenklichen Baustoffen für den Aus- und Einbau
kombinieren lässt und das Raumklima einzigartig
beeinflusst.

Im Zusammenspiel mit der Entscheidung, die beteiligten
Baufirmen aus der nächsten Umgebung zu wählen,
wurde bereits in der Bauphase die höchstmögliche
Energieeinsparung gewährleistet.



  DAS BAUGRUNDSTÜCK

Vorgabe:
Möglichst geringer Landverbrauch und größtmögliche
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Einbindung in die Landschaft auf der Grundlage eines
gültigen Bebauungsplanes.


Umsetzung:
Das Haus wurde auf einem lediglich 668 Quadratmeter
großen Grundstück (Baulücke) im Stadtsteinacher
Neubaugebiet errichtet. Die Genehmigung des Planes
war nicht erforderlich, es konnte das so genannte
Freistellungsverfahren angewandt werden.


Die Hanglage des Areals wirkte sich auf den Baukörper
entscheidend aus und ermöglichte es, den am tiefsten
liegenden Bauteil, den Keller, ebenerdig als variabel
nutzbaren Raum (Wohnung, Büro o. ä. mit eigenem
Zugang) auszugestalten.


Die Eingliederung des Hauses in das natürliche Umfeld
erfolgte insofern umwelt- und finanzgünstig, als Eingriffe
in die angrenzende Heckenlandschaft vermieden und
durch die Anpflanzung neuer heimischer Gehölze
ortstypische Begrünung erreicht werden konnte.


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Weiterhin wurden Bauaushub und Steinmaterial, das beim
Ausheben der Baugrube anfiel, in der Grundstücksgestaltung
sozusagen recycelt, so dass ein Energie aufwändiger
Abtransport er-spart werden konnte. Zusätzliche
Gestaltungsmaterialien wie etwa Sandsteine konnten in
nächster Umgebung ausfindig gemacht werden.


Zusammen mit der Haus- Fassadengestaltung
mit Lärchenholzschindeln konnte ein harmonisches,
dem natürlichen Umfeld angepasstes Erscheinungsbild
geschaffen werden.



  DIE WÄRMEDÄMMUNG

Vorgabe:
Materialien aus einheimischen, schnell und ohne großen
Energieaufwand verfügbaren Rohstoffen auf dem Level
eines Niedrig-Energie-Hauses in Holständerbauweise.


Umsetzung:
In allen Außenbauteilen wurde Holzfaserdämmung
verwendet, was in Masse, Speicherfähigkeit und
Feuchteregulierung ein verbessertes Raumklima zur
Folge hat.
Für Dach und Wände wurde eine 16, beziehungsweise
sogar 20 Zentimeter dicke Dämmung verwendet.
Die Verglasungen erfolgten in der 1.1-Ausführung.



  DIE HEIZENERGIE

Vorgabe:
Energieträger aus nachwachsenden Rohstoffen
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(möglichst aus heimischen Wäldern), Reduzierung
der CO2-Emission, Niedrigenergieheizung und
Sonnennergienutzung.


Umsetzung:
Auf herkömmliche Heizsysteme mit dem
Energieträger Gas oder Öl wurde verzichtet.
Stattdessen wurde eine Holzpelletheizung
installiert, die die Grundversorgung mit
Wärme sicherstellt und gleichzeitig den
Einsatz konventiuneller Röhrenheizkörper
zulässt.

Zur Abschottung der Kälte von außen ist
eine Hypokaustenwand mit Solar-
Luft-System errichtet worden.

Und schließlich bietet ein Kaminofen
zusätzlich die Möglichkeit, Wärme
und Klima zu erzeugen und zu
regulieren.







 

Die Kombination dieser verschiedenen
Energiequellen erlaubt es, den Verbrauch von
Energie auf ein Minimum zu reduzieren.

So muss beispielsweise die Holz-Pellet-Heizung in
der Übergangszeit in Frühjahr und Herbst nicht in
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Betrieb genommen werden, da die
Hypokaustenwand und der Kamin für ausreichend
Wärme in den Wohnräumen sorgen.


 

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Abbildung oben:
Umweltfreundliche Holzpellets

Abbildung Mitte:
Die moderne Heizzentrale

Abbildung unten:
Die Hypokaustenwand
und der Feststoff-Ofen








  DIE ENERGIEGEWINNUNG

Vorgabe:
Möglichst höher Anteil an solaren Gewinnen.
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Umsetzung:
Um von der Stromzulieferung von außen
unabhängig sein zu können, wurde eine
Fotovoltaikanlage errichtet, die mit einer
Leistung von drei Kilowatt den
Jahresbedarf des gesamten
Wohnhauses deckt.
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Die Warmwasseraufbereitung in den
Sommermonaten erfolgt über eine
zehn Quadratmeter Solar-Luft-
Kollektoren-Anlage, die in der
Übergangszeit zusätzlich die
Kalksandstein-Hypokaustenwand
temperiert. Somit wird fortwährend
Sonnenenergie im Wohnhaus
gespeichert. Schon in der
Planungsphase wurden überdies so
genannte Sonnenfallen berücksichtigt,
die über Süd- und Süd-West-
Verglasungen realisiert wurden.
Unter anderem besorgen fünf
Quadratmeter Beton- Fensterbänke
eine Energieaufnahme.

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  DER WASSERHAUSHALT

Vorgabe:
Möglichst geringer Verbrauch aus dem Netz und
höchstmögliche Nutzung von so genannten
Grauwassersystemen im Haus.

Umsetzung:
Die WC-Anlagen des gesamten Gebäudes werden
ebenso wie das übrige Brauch- und Gartenwasser über
die Regenwassernutzung bedient.

In letzter Konsequenz ist damit nur der Bezug von
Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz erforderlich.
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Darüber hinaus ist eine Dachbegrünung angelegt
worden, die für einen Wasserrückhalt und damit für eine
Klimaverbesserung sowie für die Sauerstoff-Gewinnung
sorgt.

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Abbildung oben:
Holzveranda unter Kollektorendach
als Spielplatz

Abbildung Mitte:
Gesamtansicht mit Carport

Abbildung unten:
Gartenmauer aus vorgefundenen
Bruchsteinen



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Abbildung oben:
Gesamtansicht mit Garten

Abbildung Mitte:
Eingangsbereich mit verstecktem
Pellet-Speicher

Abbildung unten:
Innenansicht Treppenhaus

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